Verlust an Zahnhartsubstanz (Abrasionen)

Abrasionen der Zähne (Synonyme: Abrasio dentium; Ankylose der Zähne; Approximale Zahnabnutzung; Attrition der Zahnhartsubstanz; Attrition der Zähne; Ausgeprägte Attrition der Zähne; Dekalzifikation der Zähne; Dentale Ankylose; Dentale Resorption; Externe Zahnresorption; Habituelle Zahnabrasion; Hyperplasia cementi; Hyperplasie des Zahnzements; Zahnabrasion; Zahnabrasion durch Zahnputzmittel; Zahnauflagerung aus Materia alba; Zahnbelag aus Materia alba; Zahnerosion; Zahnerosion durch Arzneimittel; Zahnerosion durch Drogen; Zahnerosion durch Nahrungsmittel; Zahnerosion durch unstillbares Erbrechen; Zahnfarbänderung der Hartsubstanz; Zahnresorption; Zementose; ICD-10: K03.- – Sonstige Krankheiten der Zahnhartsubstanzen) bezeichnen jeglichen, durch Reibung verursachten Verlust an Zahnhartsubstanz.
Das Reiben der Zähne aufeinander geschieht meist unbewusst, oftmals nachts in Form des nächtlichen Zähneknirschens.

Abrasionen können sowohl vereinzelt auftreten als auch im gesamten Gebiss, welches dann als Abrasionsgebiss bezeichnet wird.

Symptome – Beschwerden

Der Verlust an Zahnhartsubstanz betrifft zunächst nur den Zahnschmelz.
Durch weiteres Reiben kann sich die Schädigung der Zähne jedoch soweit fortsetzen, dass auch das Dentin (Zahnbein) betroffen ist. Liegt das Dentin frei, reagieren die Zähne oftmals sensibel, da das Dentin sehr schmerzempfindlich ist.
Hinzu kommt, dass das Dentin wesentlich weicher ist als der Zahnschmelz, sodass es sehr viel schneller verloren geht.

Folgeerkrankungen

Die Folgen von Abrasionen sind oftmals sensible Zähne, da das schmerzempfindliche Dentin frei liegt.

Durch die andauernde Reizung kann es soweit kommen, dass die Pulpa (Zahnnerv) sich immer weiter in die Zahnwurzel zurückzieht.
Bei sehr starken Belastungen kann es sogar zur Entzündung der Zahnnerven kommen, was mitunter zu dessen Absterben führen kann und somit eine Wurzelkanalbehandlung notwendig macht.

Pathogenese (Krankheitsentstehung) – Ätiologie (Ursachen)

Häufig sind die Gebisse älterer Menschen stark abradiert, was auch als eine Art Abnutzung angesehen werden kann. Hier sind die Abrasionen meist durch Kontakt der Zähne zueinander entstanden, was als Attrition bezeichnet wird.
Die Zahnkronen sind dann kürzer, meist liegt auch das Dentin bereits frei.

Bei einem jungen Gebiss liegen den Abrasionen meist Parafunktionen wie das Knirschen zu Grunde.

Eine weitere mögliche Ursache für den Verlust an Zahnhartsubstanz ist falsches Zähneputzen. Das „Schrubben“ der Zähne mit hochabrasiven Zahnpasten kann schon frühzeitig zu Abrasionen führen.
Daher gibt es für Zahnpasten den sogenannten RDA-Wert (Radioactive Dentin Abrasion). Dies ist ein Richtwert, der eine Aussage darüber zulässt, wie abrasiv eine Zahnpasta ist. Unterschiedliche Abrasionswerte von Zahnpasten entstehen dadurch, dass jede Zahnpasta verschiedene Putzkörper unterschiedlicher Art, Menge und Größe enthält. Werte von einem RDA bis zu 70 gelten als gering abrasiv und sind daher empfehlenswert.

Diagnostik

Die Diagnose wird anhand des klinischen Erscheinungsbildes gestellt.

Therapie

Oftmals sind die Zähne durch die abrasiven Veränderungen empfindlich geworden. In diesen Fällen empfiehlt es sich, eine Zahnpasta für empfindliche Zähne, gegebenenfalls in Kombination mit einer Mundspüllösung anzuwenden. Beim Zahnarzt kann ein Versiegelungsschutz für freiliegendes Dentin aufgetragen werden.

Ist das Zähneknirschen ursächlich für die Abrasionen, so sollte nachts eine vom Zahnarzt angefertigte, individuelle Knirscherschiene getragen werden, um weitere Zahnhartsubstanzverluste zu minimieren.

Literatur

  1. Kluge A: Zähneknirschen und Zähnepressen – Wie wirken sich solche Gewohnheiten auf unsere Gesundheit aus? Wissenschaftliche Stellungnahme der DGZMK und DGFDT

     
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