Zahnretention

Als Retention von Zähnen (Synonyme: Einklemmung eines Zahns; Impaktierter Zahn; Retinierter Zahn; Teilweise retinierter Zahn; Verlagerte Zahnkeime; Vollständig retinierter Zahn; Zahnretention; ICD-10: Ko1,- Retinierte und impaktierte Zähne) bezeichnet man das Verbleiben von Zähnen im Kieferknochen.

Ein Zahn gilt immer dann als retiniert, als festgehalten, wenn er nicht zum ungefähren Zeitpunkt seines physiologischen Durchbruchs in der Mundhöhle erscheint.

Mitunter wird auch von impaktierten Zähnen gesprochen. Bei einem impaktierten Zahn ist wegen einer Behinderung durch einen anderen Zahn kein Zahndurchbruch erfolgt.

Man spricht erst dann von einer Retention, wenn der betroffene Zahn noch nicht durchgebrochen ist, das Wurzelwachstum aber bereits abgeschlossen ist. Bei einem retinierten Zahn ist kein Zahndurchbruch erfolgt, obwohl keine Behinderung durch einen anderen Zahn vorlag.

Am häufigsten sind folgende Zähne retiniert:

  • Weisheitszähne
  • Oberer Eckzahn – Mädchen doppelt so häufig, meist linksseitig
  • Oberer mittlerer Schneidezahn
  • 2. Prämolar (Prämolaren sind die direkt hinter den Eckzähnen gelegenen, kleineren Backenzähne des residenten Gebisses) des Unterkiefers
  • Unterer Eckzahn

Symptome – Beschwerden

Ist ein Zahn retiniert, so fehlt dieser in der Zahnreihe, was sowohl funktionelle als auch optische Folgen für den betroffenen Patienten hat.

Oftmals stellt sich die Situation eines persistierenden Milchzahnes dar, das heißt, es ist ein Milchzahn vorhanden, der keine Lockerung zeigt und normalerweise schon durch einen bleibenden Zahn ersetzt sein sollte.

Mitunter sind retinierte Zähne als Vorwölbungen am Gaumen oder im Vestibulum (Mundvorhof) tastbar.

Pathogenese (Krankheitsentstehung) – Ätiologie (Ursachen)

Die Weisheitszähne haben zumeist einfach nicht ausreichend Platz im Kiefer. Des Weiteren kommt es häufig dazu, dass die Zahnkeime sich nicht aufrichten und die Zähne schräg oder gar quer im Kiefer liegen, was ihren Durchbruch unmöglich macht.

Die oberen Eckzähne sind häufig davon betroffen, dass der Zahnkeim von seinem regulären Durchbruchsweg abkommt.

Für die Retention von Zähnen kommen auch traumatische Ursachen, raumfordernde Prozesse sowie Syndrome (siehe unter Erkrankungen) in Frage.

Erkrankungen, die mit multiplen Zahnretentionen einhergehen sind die Dysostosis cleidocraniales und die Osteodystrophia hereditaria (Martin-Albright-Syndrom).

Folgeerkrankungen

Infolge des Belassens retinierter Zähne kann es zu Wurzelresorptionen an den benachbarten Zähnen oder zu deren Verlagerung kommen. Ist der obere Eckzahn retiniert, kann die physiologische Eckzahnführung nicht stattfinden, mitunter sind Dysfunktionen die Folge.

Im höheren Alter stellt der Eckzahn den stärksten prothetischen Pfeiler da, sodass eine Retention eine prothetische Versorgung im hohen Alter erschweren kann.

Diagnostik

Der Zahnarzt oder Kieferorthopäde kennt die Durchbruchszeiten der Zähne ganz genau. Eine einseitige Milchzahnpersistenz ist eines der wichtigsten Anzeichen für die Retention. Hinzu kommen die Mittellinienverschiebung und das röntgenologisch abgeschlossene Wurzelwachstum bei Zähnen, die nicht in die Mundhöhle durchgebrochen sind.

Zusätzlich zur Panoramaschichtaufnahme werden folgende röntgenologische Verfahren angewendet:

  • Zahnfilme
  • Aufbissaufnahmen
  • Fernröntgenseitenaufnahmen
  • Computertomographie (CT)

Therapie

Je nachdem, welcher Zahn von der Retention betroffen ist, gibt es unterschiedliche Therapieansätze. Mitunter ist es sinnvoll, bei absehbarer Retention eines oberen Eckzahnes den Milcheckzahn frühzeitig zu entfernen, um den Durchbruch des bleibenden Eckzahnes zu fördern und zu erleichtern.

Alternativ werden retinierte Eckzähne chirurgisch freigelegt und anschließend kieferorthopädisch eingeordnet. Auch retinierte Schneidezähne, meist infolge von Traumata oder überzähligen Zähnen, werden freigelegt und eingeordnet, meist um das siebente bis neunte Lebensjahr herum. Je früher die Intervention erfolgt, desto weniger stark sind die Folgen der Retention ausgeprägt.

Retinierte Weisheitszähne werden in der Regel entfernt. Von retinierten Weisheitszähnen geht häufig eine Zystenbildung aus. Ebenso treten in Zusammenhang mit retinierten Zähnen Abszesse auf, welche bedrohliche Komplikationen mit sich bringen können.

Literatur

  1. Diedrich P (Hrsg.): Kieferorthopädie III. 4. Aufl. UrbanFischer Verlag 2002
  2. Ganten D: Monogen bedingte Erbkrankheiten 2. Springer Verlag 2000

 


     
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