Der Nervus facialis ist der Nerv, der die mimische Muskulatur des Gesichts versorgt. Eine Lähmung dieses Nervs wird als Facialisparese bezeichnet.
Hierbei unterscheidet man die zentrale von der peripheren Facialisparese.
In etwa drei Viertel der Fälle einer peripheren Lähmung des Nervs ist die Ursache nicht bekannt - man spricht von einer idiopathischen Fazialisparese, auch als Bell-Parese bezeichnet.
Mögliche Ursachen für die anderen Fälle einer Fazialisparese sind Infektionen mit Viren – oftmals HSV Typ I, Erreger des Lippen-Herpes, Erkrankungen wie zum Beispiel Borreliose, Tumoren oder Verletzungen im Gesicht, wie beispielsweise Frakturen der Gesichtsknochen.
Ist der Nervus facialis peripher gelähmt, so fällt die gesamte mimische Muskulatur der betroffenen Seite aus und es treten typische Symptome auf.
Die Stirn kann nicht mehr gerunzelt werden und der Lidschluss ist nur eingeschränkt möglich. Die Mundwinkel hängen herab, die Mundspalte kann nur schwach und nicht vollständig geschlossen werden.
Die genannten Symptome treten abhängig von der Lokalisation der Nervschädigung auf.
Mitunter kann die Tränen- oder die Speichelsekretion vermindert sein. Geschmacksstörungen in den vorderen zwei Dritteln der Zunge sind ebenso möglich. Auch kann es zu einer Beteiligung des Ohres in Form von Hyperakusis – erhöhter Geräuschempfindlichkeit – kommen.
Im Rahmen einer zentralen Fazialislähmung kann die Stirn noch gerunzelt und das Augenlid noch geschlossen werden. Die anderen Symptome sind identisch mit denen einer peripheren Lähmung des Nervs. Mögliche Ursachen einer zentralen Fazialisparese sind unter anderem Hirnblutungen oder Schlaganfälle.
Ist die Ursache der Fazialislähmung bekannt, so besteht die Behandlung zunächst in der Beseitigung der Ursache.
In den Fällen einer idiopathischen Parese des Nervus facialis wird eine medikamentöse Kortison-Therapie durchgeführt.
Ergänzend und unterstützend kann eine Physiotherapie der Gesichtsmuskulatur durchgeführt werden.
Bei fehlendem Lidschluss wird tagsüber künstliche Tränenflüssigkeit ins Auge getropft, über Nacht wird ein Uhrglasverband mit Augensalbe angelegt, um ein Austrocknen der Hornhaut zu verhindern.
In etwa 80 Prozent der Fälle bildet sich die Lähmung innerhalb weniger Wochen bis Monate wieder zurück. Ist dies nicht der Fall, so muss mitunter operativ interveniert werden.
Auch eine unvollständige Heilung der Parese ist möglich. Hierbei kommt es zum Auftreten von so genannten Krokodilstränen bei einseitiger Reizung der Geschmacksnerven.
Des Weiteren kann es zu Dyskinesien (gestörten Bewegungsabläufen) oder einer Fazialiskontraktur (ständige Spannung der Gesichtsmuskeln) kommen.











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