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Leukoplakie der Mundschleimhaut

Unter einer Leukoplakie (Synonyme: Gingivaleukoplakie; Haarleukoplakie; Hyperplasie des Zungenepithels; Leukokeratosis nicotina palati; Leukoplakia buccalis; Leukoplakia oris; Leukoplakia simplex; Leukoplakie - Mundschleimhaut; Leuködem der Zunge; Mundhöhlenleukoplakie; Mundleukoplakie; Mundschleimhautleukoplakie; Präkanzeröse Leukoplakie; Rauchergaumen; Raucherleukokeratose; Verhornungsstörung der Zunge; Verhornungsstörung des Mundes; Weißschwielenkrankheit (Mundschleimhaut); Zahnfleischleukoplakie; Zungenleukoplakie; Zungenplaques; Zungentylosis ; ICD-10: K13.2 – Leukoplakie und sonstige Affektionen des Mundhöhlenepithels, einschließlich Zunge) versteht man einen nicht wegwischbaren weißen Fleck auf der Schleimhaut.
Dabei handelt es sich um eine verstärkte Verhornung (Hyperkeratose) der obersten Schicht der Mundschleimhaut.

Man unterscheidet zwei Formen der Leukoplakie:

  • Präkanzeröse Leukoplakie
  • Leukoplakia simplex

Die präkanzeröse Leukoplakie ist eine Krebsvorstufe und stellt daher eine wichtige Mundschleimhautveränderung dar.
Leukoplakien treten hauptsächlich bei Patienten zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr auf, wobei Männer ein anderthalbfach erhöhtes Risiko gegenüber Frauen aufweisen.

Die Leukoplakia simplex stellt eine einfache Verhornungsstörung ohne Entartungsrisiko dar. Sie wird deswegen auch als nicht-präkanzeröse Leukoplakie bezeichnet.

Eine Sonderform der Leukoplakie stellt die Haarleukoplakie dar. Diese Leukoplakie wird durch Epstein-Barr-Viren übertragen und zeigt sich oftmals als Folge einer HIV-Infektion oder Immunsuppression.
Die Haarleukoplakie ist eine weißliche Schleimhautveränderung, die insbesondere am seitlichen Zungenrand auftritt und durch ihre haarartige Oberfläche gekennzeichnet ist.
Da eine Haarleukoplakie bereits Jahre vor dem Ausbruch einer AIDS-Erkrankung auftreten kann, sollte sie immer als Warnsignal erkannt werden.


Symptome – Beschwerden

Eine Leukoplakie verursacht keine Beschwerden. Leukoplakien können solitär oder auch multipel auftreten.

Hauptlokalisationen der präkanzerösen Leukoplakie sind die Wangeninnenseiten, der Mundboden, der Unterzungenraum, Ober- und Unterkieferalveolarfortsätze und der harte Gaumen.
Häufige Lokalisationen der Leukoplakia simplex sind die Stellen der Mundschleimhaut, die mechanisch stärker belastet werden.

Eine Sonderform der idiopathischen Leukoplakie ist die proliferative verrruköse Leukoplakie, die in den meisten Fällen maligne (bösartig) entartet.


Ursachen

Hauptrisikofaktoren für die Entstehung einer präkanzerösen Leukoplakie sind das Rauchen, wobei nicht das Nikotin sondern der enthaltene Teer das schädigende Agens darstellt, sowie der Alkoholabusus. Bei Rauchern tritt Leukoplakie sechsmal häufiger auf als bei Nichtrauchern. Weitere Risikofaktoren sind Vitaminmangelzustände Vitamin A und B-Komplex – sowie chronische Infektionen mit Candida albicans oder langandauernde Sonnenbestrahlung

Man unterscheidet zwei Formen der präkanzerösen Leukoplakie. Die plan-homogene Form hat ein sehr viel geringeres Entartungsrisiko als die fleckig-getüpfelte (inhomogene) Form.
Inhomogene Leukoplakien entarten etwa vier- bis fünfmal häufiger. Dennoch liegt das Risiko für eine plan-homogene Leukoplakie, zu entarten, noch bei etwa fünf Prozent.


Folgeerkrankungen

Eine Leukoplakie kann entarten. Das heißt, es kann aus der Leukoplakie ein maligner (bösartiger) Tumor, das Plattenepithelkarzinom der Mundhöhle, entstehen.

Besteht neben einer oralen Leukoplakie eine Candida-Infektion, so ist die Transformationsrate (Umwandlungsrate) in eine maligne (bösartige) Neoplasie (Neubildung) erhöht.

Innerhalb von fünf Jahren kommt es bei drei bis acht Prozent aller Leukoplakien zur malignen Entartung.


Diagnostik

Die Diagnose Leukoplakie wird anhand einer  klinischen Untersuchung der Mundschleimhaut gestellt. Oftmals handelt es sich um zufällig im Rahmen zahnärztlicher Routineuntersuchungen festgestellte Befunde.

Bildet sich eine Leukoplakie nach Ausschaltung möglicher Ursachen nicht von allein innerhalb von zwei bis vier Wochen zurück, so muss eine Biopsie erfolgen.

Eine präkanzeröse Leukoplakie kann klinisch nicht von einer Leukoplakia simplex unterschieden werden. Diese Einteilung kann nur durch eine histologische Untersuchung erfolgen.
Hierzu wird von der verdächtigen Schleimhautregion mittels Biopsie eine Probe (Probeexzision) entnommen.
Liegt eine Präkanzerose vor, so sind die Zellen dysplastisch, das heißt in ihrer Morphologie,  verändert.

Klassifikation laut WHO:

  • Squamöse Hyperplasie
  • Leichte Dysplasie
  • Mittelgradige Dysplasie
  • Schwere Dysplasie
  • Cacinoma in situ

Histologisch zeigt sich bei einer Leukoplakia simplex eine Hyperkeratose, jedoch keine Dysplasie der Zellen.


Therapie

Eine präkanzeröse Leukoplakie sollte immer frühzeitig erkannt werden, um möglichst bereits im Frühstadium therapieren zu können. Daher ist es dringend notwendig, auch die Mundschleimhaut regelmäßig durch den Zahnarzt kontrollieren zu lassen.

Durch Beseitigung der Ursache, zum Beispiel von Prothesendruckstellen, bildet sich die Leukoplakia simplex in der Regel von allein wieder zurück.

Liegt bereits eine Dysplasie vor, so wird als Therapie die vollständige Entfernung der Leukoplakie im Gesunden empfohlen.


L
iteratur

  1. Driemel, O. et al: Erkennung oraler Risikoläsionen in der zahnärztlichen Praxis. zm 98, Nr. 1, 01.01.2008, Seite 34-39
  2. El Naggar a, Reichart PA: Proliferative verrucous leukoplakia and precancerous conditions. In: Pathology and Genetics: Head and NEck Tumours. Barnes L, Eveson JW, Rechart PA, Sidransky D (eds.), IARC Press Lyon, 180-181 (2005)
  3. Reibel J: Prognosis of oral pre-malignant lesions: significance of clinical,histopathological, and molecular biological characteristics. Crit Rev Oral Biol Med 14, 47-62 (2003)
  4. Reichart, PA: Orale Leukoplakie/Erythroplakie. Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Zahn- Mund- und Kieferheilkunde. DZZ 62 (01) 2007
  5. Sudbo J, Reith A: Which putatively premalignant oral lesions become oral cancer? Clinical relevance of early targeting of high-risk individuals. J Oral Pathol Med 32, 63-70 (2003)

     
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