Unter einer Leukoplakie versteht man einen nicht wegwischbaren weißen Fleck auf der Schleimhaut.
Dabei handelt es sich um eine verstärkte Verhornung (Hyperkeratose) der obersten Schicht der Mundschleimhaut.
Man unterscheidet zwei Formen der Leukoplakie, zum einen die präkanzeröse Leukoplakie, zum anderen die Leukoplakia simplex.
Präkanzeröse Leukoplakie
Die präkanzeröse Leukoplakie ist oftmals eine Krebsvorstufe und stellt daher eine wichtige Mundschleimhautveränderung dar.
Leukoplakien treten hauptsächlich bei Patienten zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr auf, wobei Männer ein anderthalbfach erhöhtes Risiko gegenüber Frauen aufweisen.
Hauptrisikofaktoren für die Entstehung einer präkanzerösen Leukoplakie sind das Rauchen, wobei nicht das Nikotin sondern der enthaltene Teer das schädigende Agens darstellt, sowie der Alkoholabusus. Bei Rauchern tritt Leukoplakie sechs mal häufiger auf als bei Nichtrauchern. Weitere Risikofaktoren sind Vitaminmangelzustände – Vitamin A und B-Komplex – sowie chronische Infektionen mit Candida albicans oder langandauernde Sonnenbestrahlung. Alle aufgeführten Risikofaktoren sind vermeidbar!
Hauptlokalisationen der präkanzerösen Leukoplakie sind die Wangeninnenseiten, der Mundboden, der Unterzungenraum, Ober- und Unterkieferalveolarfortsätze und der harte Gaumen.
Man unterscheidet zwei Formen der präkanzerösen Leukoplakie. Die plan-homogene Form hat ein sehr viel geringeres Entartungsrisiko als die fleckig-getüpfelte Form.
Eine präkanzeröse Leukoplakie kann klinisch nicht von einer Leukoplakia simplex unterschieden werden. Diese Einteilung kann nur durch eine histologische Untersuchung erfolgen. Liegt eine Präkanzerose vor, so sind die Zellen dysplastisch, das heißt in ihrer Morphologie verändert.
Die Leukoplakia simplex
Die Leukoplakia simplex stellt eine einfache Verhornungsstörung ohne Entartungsrisiko dar. Sie wird deswegen auch als nicht-präkanzeröse Leukoplakie bezeichnet.
Häufige Lokalisationen der Leukoplakia simplex sind die Stellen der Mundschleimhaut, die mechanisch stärker belastet werden.
Histologisch zeigt sich eine Hyperkeratose, jedoch keine Dysplasie der Zellen. Durch Beseitigung der Ursache, zum Beispiel von Prothesendruckstellen, bildet sich die Leukoplakia simplex in der Regel von allein wieder zurück.
Eine präkanzeröse Leukoplakie sollte immer frühzeitig erkannt werden, um möglichst bereits im Frühstadium therapieren zu können. Daher ist es dringend notwendig, auch die Mundschleimhaut regelmäßig durch den Zahnarzt kontrollieren zu lassen.
Eine Sonderform der Leukoplakie stellt die Haarleukoplakie dar. Diese Leukoplakie wird durch Epstein-Barr-Viren übertragen und zeigt sich oftmals als Folge einer HIV-Infektion oder Immunsuppression.
Die Haarleukoplakie ist eine weißliche Schleimhautveränderung, die insbesondere am seitlichen Zungenrand auftritt und durch ihre haarartige Oberfläche gekennzeichnet ist.
Da eine Haarleukoplakie bereits Jahre vor dem Ausbruch einer AIDS-Erkrankung auftreten kann, sollte sie immer als Warnsignal erkannt werden.











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