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Pleomorphes Adenom

In den Speicheldrüsen können, wie in allen anderen Geweben des Körpers, sowohl gut- als auch bösartige Tumoren entstehen.
Im Rahmen der benignen – gutartigen – Speicheldrüsentumoren werden die monomorphen Tumoren vom pleomorphen Adenom – Mischtumor – unterschieden.

Benigne Speicheldrüsentumoren treten meist im Bereich der großen Speicheldrüsen wie der Parotis – Ohrspeicheldrüse – auf, können aber auch die kleinen Speicheldrüsen betreffen.
Das pleomorphe Adenom ist der häufigste Tumor der Speicheldrüsen. Er tritt insbesondere im Bereich der Glandula Parotis – Ohrspeicheldrüse – auf.

Es handelt sich um einen gutartigen Tumor, der in einigen Fällen, etwa 1-5%, maligne entarten kann, das heißt, der Tumor wird bösartig.

Nach der Entfernung neigt der Tumor in etwa zehn Prozent der Fälle zu Rezidiven, dem Neuauftreten des Tumors.

Ein pleomorphes Adenom wird auch als Mischtumor bezeichnet, da es sich histologisch vielgestaltig zeigt.

Betroffen sind meist Menschen mittleren Lebensalters. Frauen erkranken häufiger als Männer. Der Tumor wächst nur sehr langsam und verursacht keine Schädigung des Nervus fazialis. Dieser Nerv, der unter anderem in der Ohrspeicheldrüse verläuft, versorgt die mimische Muskulatur des Gesichtes und wird bei bösartigen Tumoren der Ohrspeicheldrüse häufig geschädigt, was zu Ausfällen der Muskulatur der betroffenen Gesichtshälfte führen kann.
Daher ist bei Schädigung des Nervs immer an eine maligne Entartung eines pleomorphen Adenoms zu denken.

Bei Vorliegen eines pleomorphen Adenoms ist aufgrund der hohen Rezidivrate und der Gefahr der malignen Entartung die Entfernung der betroffenen Drüse meist die Therapie der Wahl. Im Bereich der Glandula Parotis – Ohrspeicheldrüse – wird dies als Parotidektomie bezeichnet.
Bei gutartigen Tumoren, wie dem pleomorphen Adenom, wird hierbei der Nervus fazialis erhalten, so dass die Funktion der mimischen Muskulatur des Gesichtes erhalten bleibt. Eine intraoperative Schädigung des Nervs zählt zu den Risiken der Operation, ist jedoch selten.

Nach Entfernung der Ohrspeicheldrüse kann es bei den Patienten zum so genannten Frey-Syndrom, dem gustatorischen Schwitzen, kommen. Hierbei tritt bei den Betroffenen bei Nahrungsaufnahme ein Schwitzen im Bereich der Wange auf. Dieses Phänomen beruht darauf, dass die Nerven, die zuvor die Speicheldrüse versorgt hatten, nun ihr Zielorgan verloren haben und irrtümlicherweise an die Schweißdrüsen der Haut einwachsen und diese nun jedes Mal zur Schweißabgabe anregen, wenn es zur Nahrungsaufnahme kommt.

Heute gibt es jedoch zahlreiche Techniken, um dies bereits intraoperativ zu verhindern, beispielsweise durch Einnähen eines Muskellappens, der so das Einwachsen der Nerven in die Schweißdrüsen der Wange verhindert.
Kommt es dennoch zum Frey-Syndrom, so kann dies mittlerweile unter anderem durch eine lokale Therapie mit Botulinum Toxin behandelt werden.


     
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