Kroneninfraktion

Als Kroneninfraktion wird die unvollständige Fraktur eines Zahnes bezeichnet. Im Englischen wird der Begriff „Cracked-tooth-Syndrome“ verwendet.

Es handelt sich um einen Riss oder Sprung im Zahn, der entweder nur auf die Zahnkrone begrenzt ist oder aber die Wurzel mit einbezieht.

Zähne, die eine Infraktion aufweisen, sind zum größten Teil bereits mit Füllungen versorgte Zähne. Häufig sind die Unterkiefer-Seitenzähne (Molaren) betroffen, da sie beim Kauen einem hohen Druck ausgesetzt sind.

Symptome – Beschwerden

Nicht immer verursacht eine Kroneninfraktion auch Beschwerden. Oftmals wissen die Patienten nicht, dass ein Zahn bereits eine Infraktion aufweist.
Mitunter macht sich ein kurzer, stechender Schmerz bei Nahrungsaufnahme bemerkbar. Ein häufiges Symptom ist die Empfindlichkeit des Zahnes gegen heiß und kalt. Auch eine Aufbissempfindlichkeit des betroffenen Zahnes kann auftreten.

Dauerschmerzen liegen nicht vor, können jedoch auftreten, wenn der Riss sich bis zur Pulpa (Zahnnerv) ausbreitet und es zu einer Entzündung des Nervs (Pulpitits) kommt.

Pathogenese (Krankheitsentstehung) – Ätiologie (Ursachen)

Es gibt verschiedene Ursachen, die zu einer Infraktion führen können. Als häufigster Grund wird ein Trauma (Verletzung) angegeben, wie es beispielsweise beim versehentlichen Beißen auf einen harten Frucht-Kern auftreten kann.
Auch das plötzliche Zusammenbeißen der Zähne bei einem Unfall oder Schreck kann so hohe Belastungen mit sich bringen, dass ein Zahn infrakturiert.

Besonders gefährdet sind Zähne, die bereits geschwächt sind. Dazu zählen Zähne mit großen kariösen Defekten, großen Füllungen oder wurzelkanalbehandelte Zähne.

Auch im Zuge einer Zahnbehandlung kann es am geschwächten Zahn zu einer Infraktion kommen, beispielsweise wenn bei Einbringen einer Wurzelkanalfüllung zu viel Druck ausgeübt wird.

Faktoren, welche die Gefahr einer Infraktion zusätzlich erhöhen sind Parafunktionen – Knirschen und Pressen – sowie okklusale Traumata* und Fehlbelastungen.

*Das okklusale Trauma wurde schon 1917 definiert: „als ein Zustand, bei dem es durch das Schließen der Kiefer zu einer Schädigung des Halteapparates der Zähne mit submikroskopischen oder mikroskopischen Veränderungen der Wurzelhaut kommt, der eine reversible pathologische Beweglichkeit verursacht“ (Stillman 1917).

Folgeerkrankungen

Breitet sich eine Infraktion bis zur Pulpa (Zahnnerv) hin aus, so kann dies eine Pulpitis (Entzündung des Zahnnervs) verursachen. Mitunter muss dann der betroffenen Zahn einer Wurzelkanalbehandlung unterzogen werden.

Diagnostik

Die Diagnose einer Infraktion stellt sich häufig schwierig dar, oftmals sind die Risse so fein, dass sie mit bloßem Auge kaum sichtbar sind.
Ein klassisches Symptom ist das Auftreten von Schmerz nach dem Beißen auf einen harten Gegenstand. Dies lässt sich gut vom Zahnarzt testen. Ebenso kann versucht werden, den Riss mit Farbstoff sichtbar zu machen.

Therapie

Zur Therapie der Infraktion ist es notwendig, zunächst das Fortschreiten des Sprunges zu verhindern, indem der Zahn geschient wird. Anschließend muss eine endgültige Versorgung des Zahnes mittels Teilkrone oder Krone erfolgen, um ihn ausreichend vor einer vollständigen Fraktur zu schützen. Auch Keramikinlays können eine ausreichende Stabilität bieten.

Nach definitiver Versorgung klingen in der Regel auch die mit der Infraktion verbundenen Beschwerden wie Temperatur- und Aufbissempfindlichkeit wieder ab:

Literatur

  1.  Geurtsen W: Diagnose, Therapie und Prävention der Kroneninfraktion. DFZ 10,40-46 (2001)


     
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