Zahnfleischersatz (Zahnfleischepithesen)

Eine Zahnfleischepithese (Synonym: Zahnfleischersatz) ist eine Zahnfleischmaske aus weichbleibendem Silikon oder Kautschuk, die fehlendes Zahnfleisch ersetzt und somit die Ästhetik verbessert. Die Epithese ist herausnehmbar und muss nach etwa einem Jahr erneuert werden.

Ein häufiger Grund für den Verlust von Zahnfleisch ist die Parodontitis. Diese Erkrankung des Zahnhalteapparates führt zum Rückgang des Zahnfleisches. Infolgedessen liegen die Zahnhälse frei, es treten Schmerzen auf und die Lücken zwischen den Zähnen werden unschön größer. Diese Lücken führen dann zu Problemen mit der Aussprache (S, Sch und Z-Laute) und zu Fehlfunktionen der Zunge, wie Saugen oder Pressen durch die großen Zahnzwischenräume. Auch eine feuchte Aussprache kann resultieren.

Nach Operationen, wie dem Einsetzen von Implantaten, kann es zu Problemen mit der Zahnfleischregeneration kommen. Freiliegende Kronen- und Brückenränder aus Metall beeinflussen die Ästhetik negativ. Auch hier hilft die Epithese.

Indikationen (Anwendungsgebiete)

  • Freiliegende Zahnhälse
  • Große Interdentalräume (Zahnzwischenräume)
  • Phonetische Störungen (Lispeln etc.)
  • Feuchte Aussprache
  • Defizite in der roten Ästhetik (Zahnfleischverlauf) nach Implantatversorgungen
  • Freiliegende Kronen- und Brückenränder
  • Korrektur von Knochendefekten

Kontraindikationen (Gegenanzeigen)

  • Unsanierter Parodontalzustand mangelhafte Mundhygiene hohe Kariesaktivität starker Nikotinabusus (schnelle Verfärbung)

Die Herstellung

Epithesen werden meist für den sichtbaren Bereich, also den Frontzahnbereich, angefertigt. Aber auch die Ausdehnung bis in den Molarenbereich (Backenzähne) ist möglich.

Die Epithesen können erst nach abgeschlossener Parodontalbehandlung mit stabilem Ergebnis angefertigt werden. Die konservierende Behandlung (Füllungstherapien) im betroffenen Bereich sollte ebenfalls abgeschlossen sein.

Die Herstellung erfolgt ganz individuell.
Nachdem der Zahnarzt mit Hilfe eines individuell hergestellten Löffels einen Abdruck – mittels Silikon oder Polyether – der zu versorgenden Zahnfleischpartie genommen hat und die Farbe des Zahnfleisches genauesten bestimmt hat, wird der Abdruck an ein Labor geschickt.

Im Labor wird dann eine Epithese gefertigt, die die Zahnhälse schützt und unschöne Lücken abdeckt.
Die Epithesen werden so gearbeitet, dass der Übergang zum natürlichen Zahnfleisch möglichst unsichtbar verläuft.

Die Epithese kann täglich zur Reinigung entfernt werden. Sie sollte nach dem Essen unter fließendem Wasser gereinigt werden. Aufgrund von Verfärbungen durch Speisen und Getränke, die auch an den natürlichen Zähnen auftreten, muss eine Epithese in der Regel nach einem Jahr erneuert werden. Nach dem Zähneputzen mit fluoridierter Zahnpasta sollte die Epithese nicht direkt wieder eingesetzt werden, da es sonst zu gelblichen Verfärbungen kommt. Auch nach dem Verzehr von Karotten sollte mit dem Einsetzen der Epithese etwas abgewartet werden, um schnelle Gelbfärbungen zu vermeiden.

Nachts sollte die Epithese nicht getragen werden.

Ihr Nutzen

Die Epithese wird Ihr Aussehen verbessern und damit Ihr Selbstbewusstsein und Ihre Lebensfreude steigern.

Die Epithese ist formstabil und reißfest. Die Aussprache wird sich normalisieren. Fehlfunktionen der Zunge bilden sich zurück. Freiliegende Zahnhälse werden geschützt und schmerzen nicht mehr. Sie werden von Ihrem neuen Lächeln begeistert sein!

Literatur

  1. Eickholz P, Lange DE: Flexible Gingivaepithesen – Akzeptanz und klinische Erfahrungen. Parodontologie 3/4: 251-257 (1992)
  2. Heidenreich E: Zahnfleischepithese als ästhetischer Nothelfer. BZB, Heft 7-8/98, S. 48-49 (1998)
  3. Curilovic Z, Renggli HH: Die Zahnfleischmaske. Schweiz Monatsschr Zahnheilk 82:135-139 (1970)
  4. Nossek H: Die Zahnfleischepithese aus weichbleibendem Kunststoff als therapeutischer und ästhetischer Dauerverband. Dtsch Stomatol 13:282-289 (1963)
  5. Iselin W, Lufi A: Die flexible Zahnfleischepithese (I). Quintessenz 34/2: 275-280 (1983)
  6. Iselin W, Lufi A. Die flexible Zahnfleischepithese (II). Quintessenz 34/3: 483-494 (1983)

     
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