www.dgf-tv.de
Langzeitprovisorium

Unter einem Langzeitprovisorium versteht man eine vorübergehende Versorgung von beschliffenen oder fehlenden Zähnen über einen längeren Zeitraum.
Die Provisorien dienen als Überbrückung der Zeit bis zum Einsetzen der endgültigen Versorgung, beispielsweise einer Brücke oder einer Krone.

Langzeitprovisorien werden nur unter bestimmten Bedingungen eingesetzt und haben immer eine bestimmte Aufgabe:
  • Schutz des Zahnes vor mechanischen, thermischen oder chemischen Reizen
  • Schutz vor Bakterien
  • Verbesserung der Ästhetik bis zur endgültigen Versorgung
  • Aufrechterhaltung der Kaufunktion
  • Veränderungen im Verhältnis von Ober- und Unterkiefer werden verhindert
  • Überbrücken der Ausheilungszeit
  • Korrektur der Okklusion, also der Verzahnung der Zähne untereinander
  • Verhinderung von Zahnwanderungen

Soll die Okklusion (Zusammenbiss der Zähne) oder Kieferrelation geändert werden, bedeutete dies unter Umständen eine große Veränderung für den Patienten. Um sicherzustellen, dass die ermittelte Kieferrelation oder Okklusion korrekt ist und langfristig auftretende Beschwerden bei falscher Relation zu vermeiden, werden Langzeitprovisorien eingesetzt. Korrekturen sind dann noch möglich.
Erst, wenn Behandler und Patient zufrieden sind und eine ausreichend lange Tragezeit von mehreren Monaten das Behandlungsergebnis stabilisiert hat, wird der definitive Zahnersatz eingegliedert. Dieser kann zunächst provisorisch zementiert werden. Bleibt der Patient beschwerdefrei, kann das definitive Zementieren erfolgen.

Indikationen (Anwendungsgebiete)

  • Änderungen der Kieferrelation
  • Änderungen der Okklusion (Zusammenbiss der Zähne)
  • Überbrücken der Ausheilungszeit
  • Überbrücken bei fragwürdiger Erhaltungswürdigkeit von Pfeilern
  • Änderungen der Ästhetik
  • Änderungen der Phonetik (Teil der Lautlehre, untersucht die Faktoren und Komponenten sprachlicher Laute)
  • Zähne mit unsicherer endodontischer Prognose (wurzelbehandelte Zähne)
  • Palliative Versorgung von Tumorpatienten

Die Herstellung

Zur Anfertigung der Provisorien gibt es zwei Möglichkeiten:
  • Die einfachste ist die sogenannte direkte Herstellung. Dabei wird das Provisorium unmittelbar im Mund des Patienten aus Kunststoff angefertigt.
  • Eine weitere Variante ist die indirekte Herstellung, wobei ein Abdruck der beschliffenen Zähne genommen und in ein Labor geschickt werden muss. Dort wird dann ein Provisorium angefertigt, welches später vom Zahnarzt mit Hilfe eines provisorischen Zementes eingesetzt wird.

Langzeitprovisorien werden mit Hilfe eines später leicht wieder zu entfernenden Zements befestigt. Meist handelt es sich dabei um Zinkoxid-Eugenol-Zemente. Soll jedoch der später einzusetzende Zahnersatz adhäsiv befestigt werden, muss ein eugenolfreier Zement verwendet werden.

Bei großen Brückenprovisorien oder bogenförmigem Verlauf muss zur Stabilisierung ein Metallgerüst in das Provisorium eingearbeitet werden, welches anschließend mit zahnfarbenem Kunststoff verblendet wird. Dies kann nur im zahntechnischen Labor hergestellt werden.

In der Regel bleibt diese Versorgung zwischen drei und zwölf Monaten im Mund und wird dann gegen die endgültige Krone oder Brücke ausgetauscht.

Kontraindikationen (Gegenanzeigen)

Bei parodontal und endodontisch gesunden Pfeilern mit guter Prognose, wenn keine Korrekturen der Okklusion oder Kieferrelation erfolgen sollen, sind Langzeitprovisorien nicht indiziert.

Ihr Nutzen

Ein Langzeitprovisorium ist unerlässlich, um den Zahn zu schützen und in seiner Lage zu sichern. Korrekturen der Kieferrelation oder Okklusion können vor der definitiven Umsetzung ausprobiert und angepasst werden, bis die optimale Position gefunden ist.
Des Weiteren stellt es die Kaufunktion im Seitenzahnbereich und die natürliche Ästhetik wieder her.
Das Provisorium garantiert eine schmerzfreie Zeit bis zum Einsetzen des endgültigen Zahnersatzes und garantierte ebenso eine genaue Passform der späteren Krone oder Brücke.


L
iteratur

  1. Handel G. Stellungnahme der DGZMK. Langzeitprovisorien. DZZ 57 (8) (2002)

     
Die auf unserer Homepage ür Sie bereitgestellten Gesundheits- und Medizininformationen ersetzen nicht die professionelle Beratung oder Behandlung durch einen approbierten Arzt.

DocMedicus Suche

ArztOnline.jpg
DocMedicus
Gesundheitsportal
DocMedicus Gesundheitslexikon - Gesundheitsportal zu den Themen Gesundheit, Prävention, Impfen, Labordiagnostik, Medizingerätediagnostik,medikamentöse Therapie, Operationen und Gesundheitsleistungen DocMedicus Beautylexikon - Gesundheitsportal zu den Themen Haut, Pflege, Hautveränderungen, Ästhetische Medizin, Lasertherapie, Ernährung und Vitalstoffe etc. DocMedicus Vitalstofflexikon - Gesundheitsportal zu den Themen Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, Fettsäuren, Aminosäuren, sekundäre Pflanzenstoffe etc.
 
Unsere Partner EUSANA - Ihr Gesundheitsportal für Prävention- und Anti-Aging-Medizin 
Copyright © DocMedicus Gesundheitsportal der Deutschen Gesellschaft für Nährstoffmedizin und Prävention (DGNP) e. V.