Recaldent® – Calcium und Phosphat für gesunde Zähne

Calcium- und phosphatreiche Milchprodukte fördern die Remineralisierung (Wiedereinlagerung von Mineralien) der Zähne und somit deren Härte und Widerstandskraft gegen Karies. Diesen Effekt hat die Industrie in Zahnpflegeprodukte umgesetzt, welche den Wirkstoffkomplex Recaldent® enthalten, der Calcium und Phosphat an die Zahnhartsubstanz abgibt. 

Obst leistet mit seinen wertvollen Inhaltsstoffen einen wichtigen Beitrag zu unserer Gesundheit. Für die Zähne jedoch erhöht die enthaltene Fructose (Fruchtzucker) das Risiko, an Karies (Zahnfäule) zu erkranken, und Fruchtsäuren wie Apfel- und Zitronensäure können zu Erosionen, dem Zahnhartsubstanzverlust durch Säureeinwirkung, führen.

Um Erosionen entgegenzuwirken, empfehlen sich daher folgende Vorgehensweisen:

  • Nach dem Genuss saurer Nahrungsmittel und Getränke mindestens 30 Minuten mit dem Zähneputzen warten. Diese Zeit benötigt der Speichel, um die Säure abzupuffern und der Zahnoberfläche Mineralstoffe wie Calcium und Phosphat zur Verfügung zu stellen.
  • Milchprodukte enthalten viel Calcium und Phosphat und reduzieren den durch Säureeinwirkung hervorgerufenen, gefährlichen pH-Abfall. Werden sie zu oder nach sauren Nahrungsmitteln verzehrt, tragen sie wesentlich zum Erosionsschutz bei.
  • Zahnpasten bzw. Mundspülungen mit Fluorid steigern die Widerstandskraft der Zahnhartsubstanzen gegen Säureangriffe.
  • Zahnschutz mit dem Wirkstoffkomplex Recaldent®: liefert Calcium und Phosphat zur Wiedereinlagerung in das Kristallgefüge der Zahnhartsubstanzen.

Der Wirkstoff Recaldent®, ein CPP-ACP-Komplex (Casein Phosphopeptid – amorphes Calciumphosphat), bindet schnell über CPP an die Zahnoberfläche und stellt die natürlichen Mineralstoffe Calcium und Phosphat im Überschuss zur Verfügung, die in das Hydroxylapatit-Kristallgitter der Zahnhartsubstanz eingefügt werden – ein Prozess, der als Remineralisierung (Wiedereinlagerung von Mineralien) bezeichnet wird. Im wässrigen Mundmilieu steht dieser Vorgang im ständigen Wechselspiel mit der Demineralisierung (Entkalkung, Herauslösen von Mineralstoffen) der Zahnhartsubstanz. Der Entkalkungsprozess und damit die Erweichung der Zahnoberfläche werden durch säurehaltige Nahrungsmittel oder durch Säure als Stoffwechselprodukt kariogener Bakterien (Karies erzeugende Bakterien) verursacht.

Recaldent® ist in GC Tooth Mousse® Paste und in GC MI Paste Plus® enthalten, wobei letztere durch den Zusatz von Fluorid (900 ppm) einen noch stärkeren Effekt auf die Remineralisierung und Härtesteigerung hat als der reine CPP-ACP-Komplex. Die kariesprotektive (vor Karies schützende) Wirkung des Speichels wird durch die positive Beeinflussung der Mineralstoffbalance und der Speichelfließrate ebenfalls gefördert. – Die Präparate sind in zahnärztlichen Praxen erhältlich.

Indikationen (Anwendungsgebiete)

  • Kariesprophylaxe (Vorbeugung gegen Karies)
  • Wiederherstellung des Zahnes durch Remineralisierung
  • Bei hypersensiblen (überempfindlichen) Zahnhälsen
  • Nach der professionellen Zahnreinigung (PZR)
  • Während kieferorthopädischer Behandlungen
  • Zur Unterstützung des natürlichen Speichelflusses bei Xerostomie (Mundtrockenheit)
  • Bei hohem Kariesrisiko zur Reduktion der Kariesaktivität
  • Bei Verlust der Zahnstruktur – z. B. MIH (Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation: Erläuterung s. u.)
  • Bei Erosionen
  • Bei Zahnhartsubstanzverlust durch Abnutzung, falsche Zahnputztechnik oder Parafunktionen wie Bruxismus (Knirschen)
  • Nach Strahlentherapie (Radiatio)
  • In der Schwangerschaft
  • Bei gastroösophagealer Refluxkrankheit (Synonyme: GERD, Gastro-oesophageal reflux disease; Gastroesophageal Reflux Disease (GERD); Gastroösophageale Refluxkrankheit (Refluxkrankheit); Gastroösophagealer Reflux; Reflux-Ösophagitis; Refluxkrankheit; Refluxösophagitis; peptische Ösophagitis) – entzündliche Erkrankung der Speiseröhre (Ösophagitis), die durch den krankhaften Rückfluss (Reflux) von saurem Magensaft und anderen Mageninhalten hervorgerufen wird
  • Vor und nach einem Bleeching (Bleichbehandlung der Zähne)

Recaldent® bei Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation

Die Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation (MIH) ist eine Störung der Bildung der Zahnhartsubstanzen Schmelz und Dentin (Zahnbein), die in den letzten Jahrzehnten zunehmend häufiger weltweit diagnostiziert wird. Ursache ist eine Störung der Zahnhartsubstanz bildenden Zellen ab dem achten Schwangerschaftsmonat bis zum 60. Lebensmonat, deren Ätiologie (Ursache) noch nicht abschließend geklärt ist. Betroffen sind vor allem die Molaren (hinteren Backenzähne) und die Inzisiven (Schneidezähne) der bleibenden Zähne, aber auch die Milchmolaren. Die Zähne zeigen milde Verkalkungsstörungen wie inselförmige bräunlich-gelbe Opazitäten („Trübung“; engl. Opacity; Maß für die Lichtundurchlässigkeit (Trübung) von transluzenten (streuend lichtdurchlässigen) Materialien) bis hin zu schweren Substanzverlusten durch Einbrüche der Zahnhartsubstanzen verbunden mit hoher Schmerzempfindlichkeit.

Die MIH ist keine Calcium-Mangelerkrankung der Zähne, sondern der Anteil organischer und somit weicher Substanzen in der Hartsubstanz ist zu hoch und deren Kristallgefüge ist in der Folge unstrukturiert. Dennoch haben Untersuchungen ergeben, dass nach drei Jahren täglicher Applikation  von GC Tooth Mousse® Paste – in einer Schiene für 20 Min. vor dem Zubettgehen – tatsächlich eine Verbesserung des Kristallgefüges im Sinne einer Heilung erzielt werden konnte.

Kontraindikationen (Gegenanzeigen)

  • Allergie gegen Milcheiweiß
  • Allergie/Sensibilisierung auf benzoathaltige Konservierungsmittel

Die Verfahren

Die Zahnschutzcremes GC Tooth Mousse® und GC MI Paste Plus® werden nicht wie Zahnpasten zur Reinigung der Zähne verwendet, sondern nach dem Zähneputzen appliziert.

I. Anwendung zu Hause

I.1. Ohne Schiene

  • täglich morgens und abends je nach Indikation
  • nach dem Zähneputzen eine mindestens bohnengroße Menge mit dem Finger oder der Bürste/ Zahnzwischenraumbürste auf die Zähne des Ober- und Unterkiefers auftragen
  • 3 bis 5 Min. ungestört einwirken lassen
  • danach die verbliebene Creme mit der Zunge nochmals im Mund verteilen und 1 bis 2 Min. nachwirken lassen
  • Danach Reste ausspucken und nicht nachspülen. Reste dürfen auch verschluckt werden.
  • 30 Min. nach der Anwendung nicht essen oder trinken

I.2. Mit Schiene

Die Applikation der Creme mit einer individuell hergestellten Schiene (Zahnarztpraxis) bietet sich insbesondere dann, wenn eine längere Einwirkzeit indiziert ist – so bei MIH. Hierfür wird die mit der Creme gefüllte Schiene für 20 Min. vor dem Zubettgehen getragen. Die übrige Vorgehensweise entspricht  I.1.

II. Anwendung in der zahnärztlichen Praxis

II.1. Ohne Schiene

Die Vorgehensweise entspricht der bei häuslicher Anwendung, wobei das zahnärztliche Fachpersonal bessere Möglichkeiten hat, das Präparat auf und zwischen die Zähne zu applizieren und überschüssigen Speichel vor und während der Einwirkzeit abzusaugen.

II.2. Mit Schiene

Hierfür wird zunächst eine individuelle Schiene im zahntechnischen Labor hergestellt. Auch vorhandene Schienen wie Bleeching- oder Knirscherschienen können verwendet werden. Der Vorteil der Schienenapplikation liegt in der Materialersparnis und der geringeren Verdünnung durch den Speichel. Die Einwirkzeit und Vorgehensweise nach Entnahme der Schiene entspricht I.1.

Mögliche Komplikationen

  • Allergische Reaktionen auf Milchprotein oder den Konservierungsstoff

Literatur

  1. Herstellerinformationen der Firma GC Europe N.V.
  2. Krämer N: Restaurative Therapie. Curriculum Kinder- und Jugendzahnheilkunde der APW (Akademie Praxis und Wissenschaft) der DGZMK (Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten) 2011
  3. Langer C (Red.): Aber bitte mit Käse: Kariesrisiko von säurehaltigem Obst mildern. Fachgesellschaft für Ernährungstherapie und Prävention (FET) e. V. 2012
     
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