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Zahnsteinentfernung unter dem Zahnfleischrand
Konkremententfernung (Scaling)

Konkremente werden auch als subgingivaler Zahnstein bezeichnet, also Zahnstein, der sich unterhalb des Zahnfleisches auf der Oberfläche der Zahnwurzel befindet.
Unter Zahnstein versteht man harte, festsitzende Beläge und Ablagerungen, die Sie selbst nicht mehr entfernen können. Sie entstehen, wenn weiche Beläge auf den Zähnen nicht entfernt werden und sich durch Einlagerung von Mineralien aus dem Speichel verhärten.
Konkremente sind noch mühsamer zu entfernen als der sichtbare Zahnstein.

Sind Konkremente vorhanden, so verhindern diese, dass das Zahnfleisch dicht am Zahnhals anliegt und ermöglichen so, dass weitere Beläge und Bakterien sich zunehmend in die Zahnfleischtaschen vordringen. Das Vorhandensein von Konkrementen in Kombination mit röntgenologisch sichtbarem Knochenrückgang und/oder dem Vorhandensein parodontopathogener Plaque spricht für das Vorliegen einer behandlungsbedürftigen Parodontalerkrankung (Erkrankung des Zahnhalteapparats).

Die in den Tiefen der Zahnfleischtaschen lebenden, zumeist anaeroben (ohne Sauerstoff lebenden) Bakterien produzieren Toxine (Giftstoffe), welche zur Gingivitis (Zahnfleischentzündung) und bei Nichtbehandlung zur Parodontitis (bakteriell bedingte Entzündung, die sich in einer weitgehend irreversiblen Zerstörung des Zahnhalteapparates (Parodontium) zeigt) mit Verlust von Kieferknochen führen.

Das Verfahren

Die Entfernung der schädlichen Konkremente kann durch unterschiedliche Methoden erfolgen:
  • Handinstrumente
  • Ultraschall
  • Laser

Die am häufigsten angewendeten Methoden sind die Entfernung per Handinstrument oder Ultraschall.
Eine subgingivale Konkremententfernung wird im Rahmen einer Parodontalbehandlung durchgeführt. Dabei wird mit der Zahnform angepassten Instrumenten der Zahnstein vorsichtig von der Wurzel entfernt. Meist schließt sich an die Konkremententfernung (Scaling) ein Glätten und Säubern der Wurzeloberfläche an, um eine erneute Ansiedelung von Bakterien zu verhindern. Durch Spülung der Taschen mittels antibakterieller Lösungen meist Chlorhexidin wird eine Elimination der bakteriellen Taschenflora erreicht.

Moderne Ultraschallgeräte bieten die Möglichkeit, während des Ultraschallscalings (Konkremententfernung mittels Ultraschall) anstelle von Wasser zur Kühlung antibakterielle Lösungen anzuwenden, so dass die Taschen bereits während der Reinigung gespült werden.

Laserscaling kann mittels Nd:YAG oder Er:YAG-Laser durchgeführt werden. Dabei wird der subgingivale Zahnstein durch Ablation (Abtragen, Veröden) oder Verdampfen entfernt. Da bislang jedoch wenig über die Wirkung der Therapie auf die umliegenden Gewebe bekannt ist, die Wurzeloberfläche anschließend rau wirkt und der Behandlungsaufwand anders ist als bei den konventionellen Methoden, hat sich der Laser für die Konkremententfernung bislang nicht durchgesetzt.

Die Kombination von Konkremententfernung mittels Ultraschall oder Handinstrumenten und Taschenspülung führt zur Entfernung von 99 % der Taschenbakterien.

Nicht immer reichen diese Maßnahmen aus, um den parodontalen Knochenabbau zu stoppen. In Fällen residualer Taschen oder therapierefraktärer Parodontitis sollte ein DNS-Sondentest durchgeführt werden, um bei Vorhandensein parodontopathogener Mikroorganismen entsprechend antibiotisch intervenieren zu können.

Ihr Nutzen

Die Konkremententfernung ist zum einen eine prophylaktische Maßnahme, mit welcher die Entstehung einer Parodontitis verhindert werden kann. Bei bereits bestehendem Knochenrückgang ist es Teil einer erfolgreichen Parodontalbehandlung, die Zahnwurzeln gründlichst von Konkrementen zu befreien, da nur so eine Elimination der Taschen und der parodontopathogenen Mikroorganismen sicherzustellen ist.

Da Parodontitis zu Zahnverlust und vielen weiteren Problemen führen kann, ist die Konkremententfernung eine einfache Methode, um sich vor einer Erkrankung zu schützen oder diese zu behandeln und die eigenen Zähne so lange wie möglich gesund und schön zu erhalten.


Literatur

  1. Heidemann D. (Hrsg.) Praxis der Zahnheilkunde 4. Parodontologie. 3. Aufl. (1997)
  2. Müller H.-P. Checklisten der Zahnmedizin. Parodontologie. (2001)
  3. Rateitschak K.H., Wolf H.F. (Hrsg.) Farbatlanten der Zahnmedizin 1. Parodontologie. 3. vollst. überarb. und erw. Aufl.(2004)

     
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