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Unterstützende Parodontitistherapie (UPT)

Die Parodontitis (Synonyme: Alveolarpyorrhoe; Parodontitis apicales; Parodontopathien; Parodontose; Peridentale Infektion; Pyorrhea alveolaris; ICD-10 – K05.2: Akute Parodontitis; K05.3 – Chronische Parodontitis) gehört zu den Parodontopathien (Erkrankungen des Zahnhalteapparates). Es handelt sich um eine infektiöse, entzündliche Erkrankung des Parodonts (Zahnhalteapparat) mit Zahnfleischrückgang.

Die Behandlung einer Parodontitis ist zum Teil aufwendig und mitunter langwierig.

Um das Behandlungsergebnis jedoch langfristig zu erhalten und ein Rezidiv (Wiederauftreten der Erkrankung) zu verhindern, ist es notwendig, dass betroffene Patienten an der UPT (= unterstützende Parodontitistherapie) regelmäßig und dauerhaft teilnehmen. Diese Therapiephase wird auch als Erhaltungsphase oder Recall (Rückruf zur Wiedervorstellung) bezeichnet.

Das Verfahren

Nach erfolgreichem Abschluss der Parodontitistherapie erfolgt in der Regel nach vier bis acht Wochen eine Reevaluation (Neubewertung des Befundes). Hierbei überprüft der Zahnarzt den Behandlungserfolg mithilfe von Entzündungsindices – z.B. BOP (Bleeding on Probing, d. h. Bluten auf Sondieren), ermittelt die Taschentiefen und kontrolliert, ob die besprochenen Maßnahmen zur häuslichen Mundhygiene dauerhaft und korrekt umgesetzt werden.

Anhand der Untersuchungsergebnisse legt der Zahnarzt das Intervall für den Recall fest. Dabei gilt es, Risikofaktoren mit einzubeziehen. Dazu zählen:

  • Nikotin – Rauchen
  • BOP – Bleeding in Probing (Bluten auf Sondieren)
  • Residuale (restliche) Zahnfleischtaschen
  • Alveolarknochenverlust (Kieferknochenverlust)
  • Zahnverlust
  • Genetische und/oder allgemeinmedizinische Einflüsse

Je höher das individuelle Risiko, dass heißt je mehr Risikofaktoren vorliegen, desto engmaschiger muss der Recall erfolgen. In der Regel handelt es sich um Intervalle von drei bis sechs Monaten.

Rauchen gilt als Hauptrisikofaktor für die Entstehung von Parodontalerkrankungen und sollte daher dringend eingestellt werden, da sonst trotz regelmäßiger Teilnahme am Recall ein langfristiger Behandlungserfolg nicht sicher zu erwarten ist.

Während des Recalls werden Zähne und Zahnfleischtaschen gründlichst gereinigt (professionelle Zahnreinigung) und von Belägen, Zahnstein und Bakterien befreit. Ebenso wird überprüft, ob residuale Taschen vorhanden sind, was gegebenenfalls eine erneute geschlossene oder in Einzelfällen offene Kürretage (Wurzeloberflächenreinigung) der betroffenen Zähne nach sich ziehen würde.

Die UPT ist nur erfolgreich, wenn der Patient zusätzlich zur regelmäßigen Teilnahme am Recall kontinuierlich mitarbeitet und die empfohlenen Maßnahmen zu Hause (z. B. Interdentalraumhygiene) konsequent umsetzt.

Ihr Nutzen

Mit Hilfe des Recalls können Defizite in der Mundhygiene und ein erneuter Behandlungsbedarf frühzeitig festgestellt werden. Patienten, die nicht am Recall zur unterstützenden Parodontitistherapie (UPT) teilnehmen, entwickeln im Laufe von Monaten bis wenigen Jahren erneut eine Parodontalerkrankung.


Literatur

  1. Buchmann R. Patientengerechte Parodontologie. So sollte jeder Patient behandelt werden.zm 99, Nr. 4, Seite 38-47 (2009)
  2. Klein, F. Parodontitis. Praxisrelevante Aspekte zum aktuellen Stand der Diagnostik und Therapie. Der junge Zahnarzt Ausg. 1 (2010)

     
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