Knochenersatzmaterial

Unter dem Begriff Knochenersatzmaterial werden diejenigen Materialien zusammengefasst, die in der Rekonstruktion von Knochensubstanz sowie bei der Einheilung von Zahnimplantaten zur Anwendung kommen. Knochenersatzmaterial kann sowohl organischen als auch anorganischen Ursprungs sein (biologische und synthetische Verbindungen), wobei sich die einzelnen Materialien in Eigenschaften wie Porengröße, Partikelgröße und Resorbierbarkeit unterscheiden.

Ausschlaggebend für die Wahl des passenden Materials sind sowohl die spenderunabhängige Verfügbarkeit als auch das Transplantationsrisiko für den Patienten, das bei dem verwendeten Material möglichst gering sein sollte. Weiterhin werden Knochenersatzmaterialien nach ihrer biologischen Wertigkeit und der erforderlichen mechanischen Stabilität ausgewählt.

Knochenersatzmaterialien werden in autologe, allogene, xenogene und alloplastische Materialien unterteilt:

  • Autologe Knochenersatzmaterialien sind Stoffe, die dem Patienten selbst entnommen werden. Die Verwendung von körpereigenem Material bietet den Vorteil, dass Krankheitsübertragungen ebenso wie Abwehrreaktionen des Immunsystems vermieden werden. Beide Knochenmaterialien entsprechen sich zudem in ihrer Zusammensetzung. Autologe Materialien stehen allerdings nur begrenzt zur Verfügung und sind daher insbesondere für kleinere Eingriffe geeignet.
  • Allogene Knochenersatzmaterialien stammen von einem anderen Menschen und damit in der Praxis meist von einer Knochenspenderbank. Sie können in größeren Mengen und ohne die Notwendigkeit einer Entnahmeoperation verwendet werden; zudem besitzen sie ein osteoinduktives Potenzial, das heißt, sie sind in der Lage, die Knochenneubildung anzuregen. Die Anwendung von allogenem Knochenersatzmaterial ist jedoch aufgrund der immunologischen Risiken reguliert.
  • Xenogene Knochenersatzmaterialien werden aus Knochen einer anderen Spezies gefertigt. Das heißt, dass im Fall der Zahn- und Mundraumimplantation beim Menschen Materialien aus den Knochen von Tieren verwendet werden. Hierzu dient insbesondere das Knochenmaterial von Rindern und Korallen, das in ihrem Aufbau dem des menschlichen Knochens ähnelt. Um das so gewonnene Material für die Behandlung des Menschen zu präparieren, wird es biologisch aufbearbeitet und von allen organischen Bestandteilen gelöst.
  • Alloplastische Knochenersatzmaterialien sind synthetische Stoffe, die die natürliche Knochensubstanz ersetzen. Da diese Synthetikmaterialien keine osteoinduktive Wirkung aufweisen, werden sie häufig mit körpereigener Knochensubstanz vermischt.

Literatur

  1. Mueller, Klaus Klinische Erfahrung mit Beta-Trikalziumphosphat in der oralen Chirurgie, Quintessenz 1985: 661-9
  2. http://www.zahn-implantate-berlin.de/deutsch/implantate/knochenersatzmaterial/
  3. Lehmann K. M., Hellwig E., Wenz H. - J.: Zahnärztliche Propädeutik: Einführung in die Zahnheilkunde. Deutscher Zahnärzte-Verlag 2008
     
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