Gesichtsmasken
Die Gesichtsmaske ist ein extraorales, kieferorthopädisches Gerät. Sie dient der Wachstumsstimulation des Oberkiefers.

Die Masken werden bereits im vollständigen Milch- oder frühen Wechselgebiss eingesetzt, um die Entwicklung einer progenen Situation (vorverlagerter Unterkiefer) zu verhindern.

Indikationen

  • Progenie (Kieferfehlbildungen)
  • Basale Klasse III mit Mikrognathie – Unterkiefer liegt zu weit vorn, zu kleiner Kiefer

Die Verfahren

Delaire-Maske

Die Gesichtsmaske wird über saggitale Gummizüge am Oberkiefer befestigt. Hierzu muss der Oberkiefer verblockt sein, beispielsweise durch eine Multibandapparatur.

Die Delaire-Maske besteht aus einer Kinnkappe und einer Stirnmaske, die über einen Steg verbunden sind. Auf Höhe der Lippen befindet sich ein Steg. Dort werden die Gummizüge eingehängt und intraoral im Bereich der Molaren befestigt. Auf diese Weise wird das Oberkieferwachstum nach vorn gefördert.

Die Delaire-Maske stützt sich am Kinn ab und bewirkt neben der Stimulation des Oberkieferwachstums eine Hemmung des Unterkieferwachstums. Daher muss beim Einsatz dieses Gerätes sichergestellt sein, dass keine Kondylenschädigung (Schädigung der Kiefergelenksköpfchen) eintritt.

Durch das Tragen wird das saggitale Wachstum der Maxilla (Oberkiefer) gefördert und die Oberkiefer-Frontzähne werden protrudiert (nach vorn bewegt). Gleichzeitig kann eine Mesialisierung (Bewegung nach vorn) der oberen Seitenzähne erreicht werden.

Die Behandlungsdauer beträgt etwa drei bis neun Monate. Die Maske muss die ganze Nacht und tagsüber etwa den halben Tag getragen werden, so dass Schulbesuche ohne Maske möglich sind. Aufgrund der hohen Rezidivrate bei solchen Fehlstellungen, erfolgt häufig eine leichte Überkorrektur.

Grummons-Maske

Die Grummons-Maske stützt sich an den Jochbögen ab und wird auch als Suborbitalmaske bezeichnet. Sie wird häufig bevorzugt, da eine unerwünschte Verlagerung der Kondylen (Gelenkflächen) hier aufgrund der suborbitalen (unter/unterhalb der Augenhöhle) Abstützung nicht zu befürchten ist.

Die von intraoral nach extraoral verlaufenden Gummizüge bewirken eine Förderung der Anteriorentwicklung des Oberkiefers (Wachstumsförderung des Oberkiefers nach vorn).

Ihr Nutzen

Da die Fehlstellungen des progenen Formenkreises (Kieferfehlstellungen) zur Progedienz (Fortschreiten) neigen, muss frühzeitig kieferorthopädisch interveniert werden, um eine manifeste Klasse III-Anomalie (vorstehender Unterkiefer) im bleibenden Gebiss zu vermeiden. Hier hilft Ihnen die passende Gesichtsmaske.

Literatur

  1. Kahl-Nieke B. Einführung in die Kieferorthopädie. 2. Aufl.(2001)
  2. Knak S. Praxisleitfaden Kieferorthopädie. (2003)

     
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