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Osteomyelitis der Kieferknochen
Eine Osteomyelitis der Kieferknochen (ICD-10: 10.2 - Entzündliche Zustände der Kiefer) ist eine Entzündung des Knochenmarks der Kieferknochen.
Diese Entzündung kann entweder akut oder chronisch (dauerhaft) auftreten.

Symptome – Beschwerden

Patienten, die an Osteomyelitis der Kieferknochen leiden, können unter anderem folgende Symptome aufweisen:

  • Schmerzen
  • Schwellung
  • Knochenauftreibung
  • Okklusionsstörungen – Zähne passen nicht richtig aufeinander
  • Funktionsstörungen – Sensibilitätsstörungen
  • Zahnlockerung
  • Foetor ex ore (Mundgeruch)
  • Fistelbildung
  • Freiliegender Knochen
  • Sequesterbildung
  • Allgemeinsymptome – Fieber, Lymphadenitis (Lymphknotenentzündung)

Ursachen

Die Osteomyelitis entsteht durch eine Infektion des Knochenmarks. Zu einer solchen Infektion kann es beispielsweise im Rahmen einer periapikalen Ostitis (Knochenentzündung) kommen. Andere mögliche Ursachen sind parodontale Infekte oder eine Ostitis nach Zahnextraktion (Zahnentfernung).
Ebenso kann es nach einem Kiefertrauma (Verletzung des Kiefers) zur Entstehung einer Osteomyelitis kommen.

Im Verlauf einer Osteomyelitis kann es zur Entstehung von Kiefernekrosen (Absterben von Kieferknochen) kommen. Die abgestorbenen Kieferknochenbereiche werden als Sequester bezeichnet.

Risikofaktoren

  • Allgemeine Grunderkrankungen – z. B. Diabetes mellitus
  • Immundefizienz – schlechte Abwehrlage des Patienten
  • Durchblutungsstörungen
  • Vorgeschädigtes Gewebe

Folgeerkrankungen

Die Infektion kann sich regional oder diffus ausbreiten. Bei ausgeprägter Knochenschädigung können pathologische Frakturen auftreten.

Diagnostik

Radiologisch ist eine Osteolyse (Knochenschwund) typisch, die Knochendichte ist im betroffenen Kieferabschnitt verändert. Pathologische Frakturen können vorliegen, wenn der Knochen bereits stark geschwächt ist.

Mittels Szintigraphie kann festgestellt werden, in welchen Bereichen des Kieferknochens ein Verdacht auf Osteomyelitis besteht.
Um die Diagnose Osteomyelitis sicher stellen zu können, muss eine Biopsie (Gewebeentnahme) der verdächtigen Region entnommen und histologisch (feingeweblich) untersucht werden. Gleichzeitig kann mit Hilfe der Probe auch eine Erreger- und Resistenzbestimmung durchgeführt werden.
Weiterführende Untersuchungen des Kopfes wie Magnetresonanztomographie (craniale MRT; cMRT), Computertomographie (craniale CT; cCT) und Sonographie (Ultraschall) geben zusätzlich Aufschluss über eine mögliche Erkrankung.

Therapie

Je nach Grad der Erkrankung kann mitunter eine konservative Therapie ausreichen, um das Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern.
Hierzu werden zunächst Antibiotika verabreicht. Das Mittel der ersten Wahl ist Penicillin. Bei Resistenzen wird Aminopenicillin in Kombination mit einem ß-Laktamasehemmer empfohlen. Alternativ können Lincosamine, Cephalosporine oder Makrolide eingesetzt werden. Als Reserveantibiotikum steht Carbapeneme zur Verfügung.

Ein weiteres Medikament, welches bei Osteomyelitis zum Einsatz kommt, sind Bisphosphonate.
Als nicht-medikamentöse Therapie kann eine hyperbare Sauerstofftherapie durchgeführt werden. Hierbei wird das Blut der Patienten mit Sauerstoff angereichert, der vermehrt zum Knochen gelangt und dessen Regeneration positiv unterstützt.

Ist eine konservative Therapie nicht ausreichend, kann operativ behandelt werden.
Hierbei werden in einer Sequestrektomie die abgestorbenen Knochenanteile entfernt.
Mittels Dekortikation kann die Kortikalis (äußere Knochenschicht) entfernt werden, um eine bessere Vaskularisation (Gefäßversorgung) zu ermöglichen.

Als letztmögliche Therapie gilt die Kieferteilresektion – Entfernung zerstörter Kieferabschnitte –, um eine weitere Ausbreitung der Entzündung im Kieferknochen zu verhindern.

Die entfernten Kieferabschnitte können entweder mittels Knochentransplantat oder durch Platten ersetzt werden.


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