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Interleukin-1-Gentest

Der Interleukin-1-Gentest (IL-1-Gentest; Interleukintest 1) ist ein Verfahren zur Bestimmung des individuellen Parodontitis-Risikos.

Das lateinische Wort Interleukin bedeutet übersetzt so viel wie „zwischen den Leukozyten“.

Das IL-1, Interleukin 1, wird nur im Entzündungszustand produziert. Dieses proinflammatorische Zytokin bewirkt im Körper die Bildung von Prostaglandinen (PGE2), welche die Knochenresorption fördern. Gleichzeitig werden die parodontalen Ligamentzellen, die den Zahn mit der Alveole (Zahnfach) verbinden, geschädigt. Es hemmt die Kollagensynthese und fördert gleichzeitig die Kollagenaseproduktion. Ebenso wirkt es stimulierend auf die knochenabbauenden Osteoklasten.

Je mehr Interleukin-1 vorhanden ist, desto stärker und rascher wird der Knochen im Verlauf einer Parodontitis abgebaut.

So ist es möglich, dass Patienten mit einer hohen Anzahl parodontopathogener Bakterien und starkem Plaquefilm einen langsameren Knochenabbau haben als solche, die wenig Plaque und Bakterien aufweisen.

Indikationen (Anwendungsgebiete)

  • Beginnende Parodontalerkrankungen
  • Therapieresistente Parodontalerkrankungen
  • Fortgeschrittene Parodontalerkrankungen
  • Angehörige von positiv auf Interleukin-1-Genotyp getesteten Personen

Das Verfahren

Um den Gentest durchzuführen, entnimmt der Zahnarzt eine Mundschleimhautprobe. Diese wird dann in einem Labor auf ihre DNA hin untersucht.

Mit dem Interleukin-1 Gentest wird überprüft, ob bezüglich des Interleukin-1 ein Genotyp vorliegt, welcher zu einer raschen Progredienz parodontaler Erkrankungen durch erhöhte Ausschüttung von Interleukin-1 führt.

Dies ist bei etwa 30 Prozent der Kaukasier (Synonym für Europäer und hellhäutige Menschen) der Fall.

Zusätzlich erhöht starkes Rauchen von etwa einer Packung pro Tag über viele Jahre das Risiko einer Parodontitis um fast das 8-fache.

Liegt ein positives Testergebnis vor, so trägt dies maßgeblich dazu bei, das Augenmerk auf die Beseitigung der Plaque und der darin lebenden parodontopathogenen Bakterien zu richten, um den Reiz für die Ausschüttung der knochenresorptionsfördernden Interleukine zu beseitigen.

Dazu sind immer sowohl Behandler als auch Patient notwendig, denn nur in Kombination von zahnärztlicher Behandlung und adäquater häuslicher Mundhygiene können Plaque und Bakterien dauerhaft eliminiert und die Erkrankung somit zum Stillstand gebracht werden.

Ihr Nutzen

Das Testergebnis gibt dem Zahnarzt wichtige Informationen über die zu erwartende Progredienz der Erkrankung sowie über die notwendige Intensität der Therapiemaßnahmen.

Bei positivem Testergebnis ist eine intensivere Patientenbetreuung notwendig, engmaschigerer Recall sowie optimalerweise die Durchführung einer Raucherentwöhnung, die selbstverständlich auch bei negativem Interleukin-1-Gentest den Verlauf einer Parodontalerkankung positiv beinflusst.

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