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Periotron-Messverfahren
Das Periotron-Messverfahren dient der elektronischen Bestimmung des Entzündungsgrades des Zahnhalteapparates (Periodont). Die Bestimmung des Entzündungsgrades des Zahnhalteapparates und damit der mögliche Nachweis einer Parodontitis ist eine wichtige Vorsorgemaßnahme für die Zahngesundheit und allgemeine Gesundheit.

Im Folgenden kurz die wichtigsten Krankheiten, die durch eine Parodontitis mit bedingt sein können bzw. eine solche initiieren können: Frühgeburt, Atherosklerose (Arteriosklerose, Arterienverkalkung) und seine Folgeerkrankungen wie Myokardinfarkt (Herzinfarkt) und Apoplex (Schlaganfall).

Entwicklung einer Parodontits

Entzündungen der Gingiva (Zahnfleisch), üblicherweise Gingivitis (Zahnfleischentzündung) genannt, beginnen am tiefsten Punkt des Taschenepithels des Taschensulkus respektive der Zahnfleischtasche. Die Schwere einer Gingivitis geht mit einem steigender Bildung von Sulkusflüssigkeit einher. Die Menge der gingivalen Sulkusflüssigkeit stellt daher ein Maß der Schwere der gingivalen Entzündung dar. In den allermeisten Fällen breitet sich die Gingivitis vom Boden der Zahnfleischtasche in Richtung des Gingivalsaumes aus und wird dadurch klinisch evident. Eine chronische Gingivitis führt zum Attachmentverlust (Zerstörung des Zahnhalteapparates) und dann wird aus einer chronischen Gingivitis eine Parodontitis.

Optische Inspektion und Sondierungen sind die allgemein üblichen Methoden, welche von Zahnärzten zur Bewertung des Schweregrades einer Gingivitis und Parodontitis benutzt werden. Das am meisten dabei verwendete Messsystem ist das von Loe und Silness [2].

Der Loe-Silness-Gingival-Index (GI) graduiert wie folgt:

  • 0 für eine nicht sichtbare Gingivitis,
  • 1 für eine leichte,
  • 2 für eine moderate und
  • 3 für eine ausgeprägte Gingivitis.
Dieser optisch erhobene Index unterliegt einer subjektiven Einschätzung durch den behandelnden Zahnarzt.

Das Verfahren

Mit dem Periotron-Messgerät wird die Gingivitis (Zahnfleischentzündung) elektronisch, das heißt mit einem objektiven und reproduzierbaren Messverfahren bestimmt.

Durch die hohe Korrelation zwischen gingivalen Entzündungen und der Sulkusfließrate ist mit dem Periotron-Messverfahren eine objektive diagnostische Methode entwickelt worden [1].

Das Periotron Messverfahren weist folgende Vorteile auf:

  • Die Messung ist nicht an die optische Sichtbarkeit von klinischen Symptomen gebunden, daher ist eine frühzeitige Risikoeinschätzung möglich.
  • Die Werte sind nicht subjektiv von der Einschätzung des Zahnarztes abhängig
  • Die Meßmethode ist objektiv und der Befund stellt sich durch einen reproduzierbaren Zahlenwert dar.  

Folgende Messergebnisse können vorliegen:

  • Ein Messergebnis des Periotrongerätes von 0-20 PE (Periotron-Einheiten) zeigt ein gesundes Zahnfleisch, sowie keine oder geringfügige Entzündungen.
  • Ein Ansteigen des Messergebnisses zeigt einen Zunahme des Schweregrades der Entzündung:
    - bei 20-60 PE liegt eine mäßige Entzündung vor, ohne dass eine ausgeprägte
      Parodontitis besteht; das Risiko für die Entwicklung einer Parodontitis besteht.
    - bei über 60 PE liegt eine hohe bakterielle Verkeimung vor, sodass mit hoher
      Wahrscheinlichkeit eine Parodontitis vorliegt.
    - bei 60-150 PE liegt Entzündung vor; das heißt, es besteht eine ausgeprägte
      Parodontitis
    - bei 150 PE eine starke Entzündung, das heißt, es besteht eine schwere
      Parodontitis


Literatur

  1. Borden SM, Golub LM, Kleinberg I.
    The effect of age and sex on the relationship between crevicular fluid flow and gingival inflamation in humans.
    Journal of Perioontal Research 12:160. 1977
  2. Loe H, Silness J.
    Periodontal disease in pregnancy. I. Prevalence and severity.
    Acta Odontologia Scandinavia 21: 533,1963

     
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