Die Amalgamfüllung (umgangssprachlich auch als „Plombe“ bezeichnet) ist eine Zahnfüllung aus einer Quecksilberlegierungen.
Amalgam ist ein Material zum Füllen von Zähnen, welches seit vielen Jahrzehnten in der Zahnheilkunde weltweit Verwendung findet. Es ist einzige von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlte Füllungsmaterial.
Bei Amalgamen handelt es sich um Legierungen aus Quecksilber und anderen Metallen. Zur zahnärztlichen Verwendung kommen hauptsächlich Amalgamlegierungen mit Silber, Zinn oder Kupfer. Diese Metalle werden mit dem flüssigen Quecksilber gemischt und zur Füllung in den Zahn gegeben, wo sie dann aushärten.
Zur Verarbeitung
Eine Amalgamfüllung wird zumeist in zwei Schritten angefertigt. Nach dem Entfernen der Karies wird das entstandene Loch mit Amalgam gefüllt, welches nach etwa 24 Stunden, also in einer zweiten Sitzung am Folgetag, poliert wird.
Anwendungsgebiete
Meist werden Amalgamfüllungen im Bereich der Kauflächen der Seitenzähne verwendet.
Allergien und sonstige Nebenwirkungen
Nur wenige Patienten haben eine echte Amalgamallergie (sehr selten) und dürfen keine Amalgamfüllungen bekommen (Alternative: z. B. Kompositfüllungen im Seitenzahnbereich).
Eine mögliche Nebenwirkung von Amalgamfüllungen sind die sogenannten Amalgamtätowierungen. Dabei handelt es sich um schwärzliche Farbveränderungen des Zahnfleisches oder der Mundschleimhaut, die durch Verschleppung von Amalgampartikeln ins Gewebe beim Bearbeiten oder Entfernen von Amalgamfüllungen entstehen.
Die Amalgamtätowierungen verursachen jedoch keinerlei Beschwerden und sind lediglich ästhetisch störend.
Viele Patienten sorgen sich über das durch Amalgamfüllungen freigesetzte Quecksilber. Dieses ist giftig, jedoch hat es erst ab einer gewissen Menge eine schädliche Wirkung auf den Menschen.
Dieser Wert wurde von der Weltgesundheitsorganisation auf 40 μg pro Tag festgelegt.
Aus einer Amalgamfüllung wird jedoch sehr viel weniger Quecksilber freigesetzt.
Weiterhin nehmen wir täglich Quecksilber durch unsere Nahrung auf, und zwar in größeren Mengen als es durch das Amalgam freigesetzt wird.
Auf das Gefahrenpotential von Amalgam wird in den letzten Jahren zunehmend von einigen Wissenschaftlern hingewiesen [1, 2, 3].
Es konnte jedoch bislang in einer Multi-Center-Studie kein Zusammenhang zwischen der Anzahl der Amalgamfüllungen
bei Patienten und deren subjektiven Beurteilungen ihres
Gesundheitszustands festgestellt werden. [5]
In Deutschland gelten unabhängig davon folgende Einschränkung für die Anwendung von Amalgamfüllungen:
- keine Amalgamfüllungen bei Schwangeren
- keine Amalgamfüllungen bei verringerter Nierenfunktion
- sorgfältige Abwägung der Indikation bei Kindern
Die Europäische Union hingegen hat erst kürzlich ein mögliches Amalgamverbot nach aktueller Studienlage verworfen [4].
Die Verwendung von Amalgam nimmt mehr ab, da zahnfarbene Füllungsmaterialien aufgrund der besseren Ästhetik immer mehr an Beliebtheit gewinnen.
Oftmals besteht der Wunsch, Amalgamfüllungen gegen zahnfarbene Füllungen auszutauschen.
Dabei gilt es zu bedenken, dass auch die Entfernung einer Amalgamfüllung mit einer höheren Quecksilberexposition einhergeht.
Eine intakte Amalgamfüllung bei Patienten mit keinerlei allergischen Reaktion auf den Werkstoff Amalgam beziehungsweise dessen Bestandteile muss aus heutiger Sicht nicht gegen einen anderen Füllungswerkstoff ausgetauscht werden.
Die Amalgamfüllung hat eine lange Lebensdauer, häufigster Grund, eine Amalgamfüllung auszutauschen, ist die sogenannte Sekundärkaries, eine Karies am Rand der Füllung.
Literatur
- Kieler Amalgamgutachten 1995 von Prof. Dr. rer. nat. O. Wassermann, Institut für Toxikologie im Klinikum der Christian-Albrecht-Universität zu Kiel.
Im Auftrag der Staatsanwaltschaft beim Landgericht Frankfurt/Main, Herrn Staatsanwalt Dr. E. Schöndorf. (Auftrag vom 23.11.1994), Az: 65 Js 17084.4/91
- Störtebecker Patrick, "Direct Transport of Mercury from the Oronasal Cavity to the Cranial Cavity as a Cause of Dental Amalgam Poisoning", in: Swed J Biol Med 3/89. S. 7 - 20.
- Ahlrot-Westerlund, B.:Kvicksilver i liquor vid multipel skleros, in: Swed J Biol Med 1/89 p. 6-7
- Schmalz, G in: zm 98, Nr. 12, 16.06.2008, Seite 102-104










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