Zirkoniumdioxid (Synonyme: Zirkonoxid, Zirconia) ist ein keramisches Material mit hervorragenden Eigenschaften für die zahnmedizinische Verwendung. Das Material wird bereits seit vielen Jahren erfolgreich im Bereich der Orthopädie eingesetzt. Es gehört zu den Oxidkeramiken, die aus synthetisch gewonnenen Rohstoffen hergestellt werden.
Neben der Verwendung für Inlays sowie Kronen- und Brückengerüsten wird Zirkoniumoxid auch für Implantate eingesetzt. Weiterhin sind Brackets (engl. Klammern; dieses sind in der Kieferorthopädie gebräuchliche Befestigungselemente bei festsitzenden Apparaturen) für die Kieferorthopädie und Wurzelstifte aus Zirkoniumdioxid erhältlich. Es ist in Form von halb- oder vollkonfektionierten Teilen erhältlich, aber auch zur Herstellung von individuellem Zahnersatz einsetzbar.
Zirkoniumdioxid zeichnet sich unter anderem durch enorm hohe Festigkeit und Härte aus:- natürliche Ästhetik
- absolut biokompatibel (Werkstoff, der keinen negativen Einfluss auf den menschlichen Körper in seiner Umgebung hat; körperverträglich)
- sehr verschleißfest
- formbeständig
- hohe Härte und Biegefestigkeit
- metallfrei – kein Allergiepotenzial
- geringe Wärmeleitfähigkeit
- hohes Elastizitätsmodul
Die Herstellung
Vor der Herstellung des neuen Zahnersatzes muss der Zahnarzt die entsprechenden Zähne beschleifen – Hohlkehl- oder Stufenpräparation – und Abdrücke der Zähne nehmen, um diese an ein Labor zu schicken.
Im Labor wird dann ein Gipsmodell angefertigt und in einen Computer übertragen. Dieser steuert eine Fräse, welche aus einem Zirkoniumdioxidblock ein exakt passendes Zahnersatzgerüst – beispielsweise für eine Krone oder Brücke – ausfräst. Bei dieser Methode wird der Zahnersatz aus einem hartgesinterten Keramikblock gefräst. Dies ist sehr zeit- und materialaufwendig.
Eine weitere Methode besteht in der Verwendung eines teilgesinterten Grünlings. Hierbei muss der Zahnersatz etwa um 25 Prozent überdimensioniert sein, da er bei der anschließenden Sinterung im Ofen schrumpft.
Anschließend wird das Gerüst in der mit dem Patienten ausgesuchten individuellen Zahnfarbe verblendet, das heißt, es wird Keramik aufgetragen und die Kronenform wird passend zur natürlichen Zahnform modelliert.
Die Gerüststärke im Frontzahnbereich sollte 0,3 Millimeter betragen, im Seitenzahnbereich werden 0,5 mm empfohlen. Hinzu kommt eine Verblendung mit einer Stärke von 0,6 bis 1 Millimeter.
Die so hergestellte Krone reflektiert und streut das auf den Zahn einfallende Licht und erhält dadurch ihre natürliche Wirkung.
Bis zur Fertigstellung des Zahnersatzes erhält ein Provisorium (Übergangsversorgung) die Ästhetik und Kaufunktion.
Der Zahnarzt befestigt den fertigen Zahnersatz mit einem speziellen Zement (Glasionomerzement (GIZ) oder Zinkoxid-Phosphatzement).
Der Substanzabtrag im okklusalen Bereich (okklusal bedeutet: "auf die Kaufläche (eines Zahnes)) entspricht in etwa dem bei Metallkeramik-Zahnersatz und ist somit geringer als der für herkömmliche Vollkeramiken.
Indikationen (Anwendungsgebiete)- Einzelzahnkronen
- Brücken im Front- und Seitenzahnbereich
- Primärteleskope
- Geschiebe
- Implantatabutments
- Stege
- Bruxismus (Zähneknirschen)
- gelockerte Pfeilerzähne und Extensionsbrücken
Um eine Brücke aus Zirkoniumdioxid herstellen zu können, muss die Höhe für den Verbinder, gemessen von der Zahnfleischpapille nach okklusal (Zahnoberfläche) mindestens vier Millimeter betragen. Der Brückenkonnektorenbereich muss einen Querschnitt von mindestens neun Quadratmillimetern aufweisen.
Ihr Nutzen
Zahnersatz aus Zirkoniumdioxid ist absolut metallfrei. Dies bietet den Vorteil, dass Allergien vermieden werden können. Auch der Metallgeschmack und die oft in Verbindung mit metallischen Versorgungen auftretende Heiß-Kalt-Empfindlichkeit können so umgangen werden.
Zirkoniumdioxid ist für den Körper verträglicher als Metalle oder Kunststoff.
Des Weiteren ist dieser Werkstoff im Vergleich zu anderen
Keramikarten wesentlich stabiler und fester, was zu einer längeren Haltbarkeit der Versorgung führt. Ein ganz besonderer Vorteil der Zirkoniumdioxid-Versorgung liegt in der Ästhetik.
Normalerweise besitzen Kronen und Brücken ein Gerüst aus Metall, auf das dann Keramik in der gewünschten Zahnfarbe aufgetragen wird. Dies hat jedoch den Nachteil, dass mitunter das Metall unschön durchschimmert. Auch wenn sich im Laufe der Jahre das Zahnfleisch zurückzieht, wird ein Metallrand sichtbar.
Zirkoniumdioxid ist weißlich und passt sich daher immer optimal jeder individuellen Zahnfarbe an. Der Übergang vom Zahnfleisch zum Zahnersatz bleibt auch bei Zahnfleischrückgang noch weitestgehend unsichtbar. Zirkoniumoxid stellt die perfekte Kombination aus Funktion und Ästhetik dar.
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